HANDBALL
Starke Abwehr ist der Grundstein
Der MTV Rheinwacht Dinslaken feiert einen umkämpften Heimsieg gegen den TSV Kaldenkirchen. Gelungener Rückrundenstart hatte seine Gründe.
Marc Tomke belebte das Angriffsspiel, zeichnete sich aber auch als sicherer Siebenmeterschütze aus. Markus Joosten FUNKE Foto Services
Gefühlseruptionen dieser Art haben bei Maximilian Reede Seltenheitswert. Der Rückraum-Shooter gilt als eher ruhigerer Vertreter der Handball-Zunft, doch in diesem Moment bricht es aus dem Routinier heraus. Gerade hat Reede den perfekten Pass zu seinem Kreisläufer Jonas Schmidt gespielt, der nur noch durch ein siebenmeterreifes Foul zu bremsen ist. Der Dinslakener Halblinke dreht brüllend ab, reißt beide Fäuste in die Höhe – und darf wenig später gleich weiter jubeln, denn Mitspieler Marc Tomke behält 18 Sekunden vor der Schlusssirene auch bei seinem sechsten Strafwurf die Nerven und trifft zur Vorentscheidung.
Auf der Tribüne der Douvermannhalle knallen die Konfetti-Kanonen. Nach einer Hinserie, in der die neu formierten Handballer des MTV Rheinwacht nach dem Regionalliga-Abstieg häufig unter den Erwartungen performten und auch den eigenen Ansprüchen nur selten gerecht wurden, ist dem Oberligisten der Rückrundenstart am Samstagabend geglückt. Zu Hause besiegten die Dinslakener den Tabellenvierten TSV Kaldenkirchen mit 30:29 (14:15).
Torwart Fynn Frenk erwischt überragenden Start
Der Schlüssel zum am Ende knappen, aber trotzdem absolut verdienten Heimsieg lag diesmal in der Deckungsarbeit. In der Abwehr lieferte der MTV über fast die gesamte Spielzeit eine so kämpferische wie konzentrierte Vorstellung ab und bereitete dem Gast von der niederländischen Grenze damit im gebundenen Spiel immer wieder große Probleme.
Das deutete sich schon in den ersten Minuten an, in denen auch Rheinwacht-Keeper Fynn Frenk mit einem überragenden Start dabei half, dass über sechs Minuten lang die Null stand. Allerdings hatten auch die Dinslakener zum Zeitpunkt des ersten TSV-Tores erst zweimal getroffen. Auf den Rängen verbesserte eine Fan-Abordnung des Eishockey-Regionalligisten Dinslaken Kobras die ohnehin schon gute Stimmung, auf dem Parkett blieb es eng.
Als Dinslakens Nils Kruse nach einem Foul am gegnerischen Rechtsaußen die rote Karte sah (24.), zog Kaldenkirchen in Überzahl zwar auf 10:13 (26.) weg, doch Rheinwacht war zur Pause wieder dran und übernahm nach dem Wechsel, angeführt vom in dieser Phase sehr starken Nico Czeslik in der Mitte und Tomke auf Halbrechts, nun vollends das Kommando. Fünf Dinslakener Tore in Folge sorgten für eine 19:15-Führung (37.), die der Gastgeber dann auch lange verteidigte. 27:23 (50.) hieß es auch noch, doch in der Folge ließ der MTV auf einmal etliche klare Chancen in Serie aus, verpasste so die endgültige Entscheidung und musste doch noch einmal zittern.
MTV verpasst Vorentscheidung
In der Crunchtime war es schließlich erneut die gute Deckungsleistung, mit der die Dinslakener den fünften Saisonsieg schließlich eintüteten. „Diesen Sieg haben wir uns heute wirklich mit einer ganz starken Abwehr verdient“, freute sich auch Coach Harald Jakobs, der nach dem Sieg in Aldekerk und der knappen Pleite gegen Spitzenreiter Lintorf den dritten gelungenen Auftritt in Folge notierte. „Kaldenkirchen war ein starker Gegner, aber nächste Woche in Dümpten wird es noch schwieriger, denn die kämpfen ums Überleben“, blickte der Rheinwacht-Übungsleiter schon kurz nach der Partie wieder nach vorne.
Am nächsten Sonntag gastiert der MTV um 15.15 Uhr beim stark abstiegsbedrohten HSV in Mülheim.
MTV Rheinwacht: Frenk, Bystron; Tomke (10/6), Czeslik (5), Hetzel (2), Frank, Terwiel (2), Ahls (1), Kruse (1), Jakobs (1), Reede (4), Rösgen, Schmidt (1), Mertens (3).
Timo Kiwitz
Der Dinslakener Coach Harald Jakobs musste sein Team in der Schlussphase noch einmal neu einstellen. Markus Joosten FUNKE Foto Services