Handball

Quälerei ist ein Stück Normalität

Der MTV Rheinwacht bereitet sich mit einem strammen Trainingsprogramm auf die neue Saison vor. Seit dieser Woche geht es auch wieder in die Halle.

 

 

 

Maximilian Reede macht nach seiner OP Fortschritte und konnte schon wieder vorsichtig im Hallentraining mitwirken. Foto: Jochen Emde/FFS

 

 

 

Sandra Goldmann

Dinslaken Es gibt Dinge, die ändern sich einfach nie. Auch dann nicht, wenn eine Pandemie den Alltag für Monate komplett verändert. Ein Beispiel? Trainingsauftakt beim Handball bedeutet rennen, schwitzen, leiden – immer. Das ist auch bei den Regionalliga-Handballern des MTV Rheinwacht Dinslaken nicht anders. Auch der neue Mann an der Seitenlinie, Boris Lietz, erfindet da das Rad nicht neu. Und so ließ er seine Mannschaft auch erst einmal zum Start am 1. Juni (Pfingstmontag) zum obligatorischen Waldlauf mit anschließendem Rundendrehen in der prallen Sonne auf der Aschebahn am Sportplatz des MTV Rheinwacht Dinslaken antanzen – trotz Feiertag. Doch da bleibt Lietz eisern. „Feiertag schützt vor Training nicht“, lacht der Coach noch immer über den Start.

Es ist also die typische Vorbereitung in einer alles andere als normalen Zeit, ein Stück sportliche Normalität in Zeiten der Corona-Krise und für Boris Lietz und seine neue Mannschaft nach so langer Pause auch ein Geschenk. „Natürlich waren die ersten Einheiten eine Quälerei, aber wir sind gut gestartet. Es wurde aber auch Zeit, dass alle mal wieder zusammen kommen und ich die Mannschaft auch endlich einmal persönlich kennenlernen kann. Man hat gemerkt, das tat richtig gut“, so Lietz. Der MTV-Trainer hätte die erste Phase der Vorbereitung gerne auch mit einigen abwechslungsreicheren Einheiten mit Ball gespickt, doch da die Halle zum Start noch geschlossen war, beschränkte sich die Schufterei zunächst noch auf Konditionseinheiten an der frischen Luft. „Rückblickend war das gar nicht so verkehrt. Aufgrund der vielen Verletzungen im vergangenen Jahr, hatten vielleicht auch alle einen konditionellen Nachteil“, so Lietz.

Zwei Wochen Pause

Seit dieser Woche trainiert der Regionalligist nun auch endlich wieder in der Halle. „Und da hat man gesehen, dass alle den Ballast der vergangenen Saison abgeworfen haben“, so Lietz. Neben den Neuen im Team – Lucas Feld, Fabian Hoffmann, Wael Ben Youssef und Dean Christmann – ist mit Philipp Tuda nach langer Verletzungspause auch eine Stammkraft wieder voll mit dabei. Derweil ist Max Reede noch ein wenig in der Warteschleife. Lietz: „Er nähert sich nach seiner OP langsam wieder an.“ Am Donnerstag konnte Reede in der Halle wieder die ersten Trainingsschritte machen. Nach der geplanten zweiwöchigen Trainingspause, die Ende des Monats beginnen wird, soll Reede, so die Hoffnung, ebenfalls wieder voll mit einsteigen können.

Dann wird auch die Vorbereitung bis zum Saisonstart Anfang September naturgemäß weiter Fahrt aufnehmen. So sollen wie üblich in der zweiten Phase auch Testspiele stattfinden. „Ein Spiel, das wir schon geplant hatten, konnte jetzt nicht stattfinden. Das ist nicht weiter tragisch. Die Spiele, die wir ab Juli festgezurrt haben, werden wir allerdings auch brauchen. Schon alleine, um die neue Impulse, die ich als Trainer setzen werde, zu festigen“, sagt Lietz.