HANDBALL
MTV vor schweren Aufgaben nach der Pause
10:0 Punkte und ein Sieg in letzter Sekunde: Der Dinslakener Handball-Oberligist gewinnt auch knappe Partien – und hat noch Luft nach oben.
Gegen die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen mussten sich Noah Lelgemann (M.) und Co. mächtig strecken, um in letzter Sekunde den Sieg einzufahren. Markus Joosten FUNKE Foto Services
Der Blick auf die Tabelle der Handball-Oberliga zaubert den Anhängern des MTV Rheinwacht Dinslaken derzeit ein breites Lächeln ins Gesicht: Platz eins, eine makellose Bilanz und eine weiße Weste. Bislang hat das Team von Trainer Robert Jakobs sämtliche Aufgaben erfolgreich gelöst und sich an der Tabellenspitze festgesetzt. Doch trotz der optimalen Ausbeute von 10:0 Punkten blickt man im Lager des Spitzenreiters nüchtern und realistisch auf das bisherige Auftaktprogramm.
Vergleicht man den bisherigen Saisonverlauf mit dem, was in den kommenden Wochen auf die Dinslakener zukommt, wird schnell klar: Der MTV hat seine Pflichtaufgaben erfüllt, bewegte sich dabei jedoch überwiegend gegen Mannschaften aus der Tabellenregion, die im Vorfeld eher zu den vermeintlich schlagbareren Gegnern gezählt wurden.
Knapper Sieg deckt Verbesserungspotenzial auf
Zwar gab es mit dem packenden Last-Second-Heimsieg gegen die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen, der erst in der allerletzten Sekunde mit 29:28 eingefahren wurde, bereits einen echten Härtetest, doch insgesamt boten die Partien hier und da auch Raum für kritische Analysen, sodass Trainer Robert Jakobs auch an der einen oder anderen Stelle noch Luft nach oben sah. „In den kommenden Wochen erwarten uns nochmal deutlich schwerere Aufgaben. Gegen die Mannschaften können wir es uns nicht erlauben, die ersten Minuten nach der Halbzeit zu verschlafen.“
Dennoch zeichnet den MTV in dieser Spielphase vor allem eines aus: absolute Mentalität. Die Mannschaft lässt sich auch von engen Spielständen nicht aus der Ruhe bringen, glaubt bis zur letzten Sekunde an sich und entscheidet dank enormer Geschlossenheit auch komplizierte und extrem knappe Partien am Ende für sich. „Man erkennt schon eine enorme Entwicklung im Vergleich zur letzten Saison. Die Mentalität stimmt absolut und die Jungs haben alle richtig Bock“, so Jakobs.
Spitzenreiter Dinslaken vor Bewährungsproben
Mit dieser nahezu perfekten Ausgangslage im Rücken verabschiedete sich der Tabellenführer erst einmal in eine dreiwöchige Spielpause, die erst am 7. November endet – eine willkommene Gelegenheit, um durchzuatmen, kleinere Blessuren auszukurieren und sich im Training gezielt auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.
Denn nach der Pause wartet eine ganz andere sportliche Hausnummer auf die Dinslakener. Mit der Zweitvertretung von Tusem Essen, der DJK Adler Königshof und der Turnerschaft St. Tönis stehen dem MTV die echten Brocken der Liga erst noch bevor. Dann wird sich zeigen, ob der Spitzenreiter seine weiße Weste auch gegen die Top-Teams der Oberliga verteidigen kann.
Dennis Lindau