HANDBALL
MTV siegt und singt
Nach dem 24:23 des Dinslakener Handball-Oberligisten gegen den OSC Rheinhausen II bekommt Nico Czeslik ein Geburtstagsständchen auf der Platte.
Rückraumspieler Torsten Sanders (2.v.l.) erwischte einen Sahnetag. Markus Joosten FUNKE Foto Services
Die weiße Weste hält: Der MTV Rheinwacht Dinslaken hat in der Handball-Oberliga auch das vierte Saisonspiel für sich entschieden. Gegen die Reserve des OSC Rheinhausen setzten sich die Rheinwachtler am Samstagabend vor heimischem Publikum am Ende zwar knapp, aber verdient mit 24:23 (13:9) durch. Nach einer souveränen Vorstellung im ersten Durchgang machten es die Hausherren nach der Pause zwar noch einmal unnötig spannend, behielten in einer turbulenten Schlussphase jedoch den kühleren Kopf.
Dabei erwischte der MTV einen Auftakt nach Maß und zeigte von der ersten Sekunde an, wer das Parkett als Sieger verlassen wollte. Die Abwehr stand gewohnt kompakt und zwang die Gäste bereits früh immer wieder zu schweren Abschlüssen aus der zweiten Reihe. Vor allem Rückraumspieler Torsten Sanders erwischte einen Sahnetag und stellte mit drei schnellen Treffern bereits nach gut zehn Minuten auf 6:2 für die Dinslakener.
OSC II gleicht nach Vier-Tore-Rückstand aus
Auch im Anschluss hatten die Hausherren das Spielgeschehen weitestgehend im Griff und erspielten sich vorne immer wieder gute Möglichkeiten. Einzig die Chancenausbeute verhinderte eine noch deutlichere Führung zur Halbzeit: Der MTV verwarf zwei freie Bälle und ließ zudem zwei Tempogegenstöße ungenutzt. Dementsprechend ging es beim Stand von 13:9 mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Kabinen – eine Führung, die zu diesem Zeitpunkt durchaus noch komfortabler hätte ausfallen können.
Nach dem Seitenwechsel verloren die Hausherren dann jedoch spürbar den Faden. Im Angriff schlichen sich Nachlässigkeiten ein und auch in der Defensive packte die Mannschaft von Robert Jakobs plötzlich nicht mehr mit der letzten Konsequenz zu. Die Gäste hingegen witterten ihre Chance und kämpften sich Tor um Tor heran. Gut zehn Minuten vor dem Schlusspfiff belohnte sich der OSC II und glich erstmals zum 17:17 aus.
In der entscheidenden Phase der Begegnung verhalf schließlich eine Undiszipliniertheit der Gäste den Rheinwächtern wieder auf die Siegerstraße: Ex-Bundesliga-Torhüter Matthias Puhle, der an diesem Abend nur von der Bank aus zusah, meckerte von außen lautstark gegen eine Schiedsrichterentscheidung und kassierte dafür eine Zwei-Minuten-Strafe. Da der OSC infolgedessen einen Feldspieler herunternehmen musste, nutzte der MTV die Überzahl eiskalt aus. Mit einem schnellen Zwischenspurt zog Dinslaken auf 21:17 davon und legte damit den entscheidenden Grundstein für den späten Erfolg.
In den verbleibenden Minuten wurde es dann aber noch einmal hektisch. Rheinhausen warf noch einmal alles nach vorne und verkürzte kurz vor dem Abpfiff auf 24:23, für den Ausgleich reichte es jedoch nicht mehr. Nach dem Schlusspfiff gab es für den MTV gleich doppelten Grund zur Freude: Neben den zwei Punkten feierte die Mannschaft auch den Geburtstag von Nico Czeslik, dem das gesamte Team noch auf der Platte ein lautstarkes Ständchen sang.
MTV-Trainer Robert Jakobs zog nach der erfolgreichen Zitterpartie ein klares Fazit: „Die erste Halbzeit war wirklich super von den Jungs. Da haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt. Wenn wir die Chancen da noch ein bisschen konsequenter nutzen, gehen wir mit sechs oder sieben Toren Führung in die Pause.“
Über die Leistungssteigerung der Gäste nach dem Seitenwechsel zeigte er sich selbstkritisch: „Nach dem Wechsel war dann leider etwas der Wurm drin und wir haben defensiv nicht mehr so gut gedeckt. Woran das genau gelegen hat, müssen wir jetzt analysieren und es kommende Woche besser machen. Nichtsdestotrotz geht der Sieg am Ende völlig in Ordnung und war unterm Strich auch absolut verdient.“
MTV Rheinwacht: Frenk, Bystron, Czeslik, Ahls, Kruse (3), Nasufi, Sanders (6), Lelgemann (2), Jakobs, Reede (3), Rösgen, Mertens (5), Kölsch (2), Rombach, Hoffmann (3).
Dennis Lindau