HANDBALL


Eine Serie reißt auf jeden Fall

 

Der MTV Dinslaken hat Tusem Essen II zu Gast. Beide Teams haben 2023 noch eine weiße Weste

 

Der MTV Dinslaken lässt sich gegen Gladbeck nicht hängen

MTV-Kapitän Philipp Tuda setzt sich durch. Auch der Dinslakener Routinier zeigte zuletzt starke Spiele. Arnulf Stoffel FUNKE Foto Services

Mindestens eine Serie wird am Sonntagvormittag reißen, wenn die Handballer des MTV Rheinwacht die Zweitvertretung von Tusem Essen empfangen (11.15 Uhr, Douvermannhalle). Beide Teams haben – übrigens als einzige in der Regionalliga Nordrhein – im neuen Jahr noch eine völlig weiße Weste. Die Dinslakener gewannen ihre drei Partien, der Gegner war sogar schon viermal erfolgreich.

Nach dem Überraschungscoup beim 32:30-Erfolg in Langenfeld am vergangenen Samstag will die Mannschaft von Marius Timofte ihren positiven Trend natürlich auch gegen die Reserve des Zweitligisten fortführen, doch der MTV-Trainer – ohnehin nicht für markige Sprüche und überbordenden Optimismus mit Blick auf die nächste Aufgabe bekannt – bleibt trotz der jüngsten Erfolge demütig. „Wir haben nun zwar ein paar Punkte gesammelt, aber wir sind immer noch Vorletzter, haben also noch gar nichts erreicht“, sagt der 55-Jährige.

Zur Zurückhaltung hat bei dem früheren rumänischen Nationalspieler auch das Videostudium des kommenden Gegners geführt, denn was Timofte dort zu sehen bekam, beeindruckte den Übungsleiter nachhaltig: „Essen hat eine sehr gut ausgebildete und schnelle Mannschaft. Die fackeln vorne nicht lange und nutzen jede Chance, die sich ihnen bietet. Wenn wir da nicht von Anfang an präsent sind, werden wir sicher nur zweiter Sieger sein“, sagt der MTV-Coach.

Die letzten Auftritte seiner eigenen Schützlinge dürften natürlich auch Mut machen, aber für Timofte ist „die Stabilität, die wir zuletzt gezeigt haben, immer noch fragil.“

Zudem gebe es in einigen Bereichen durchaus noch Steigerungspotenzial: „Wir leisten uns noch zu viele leichte Fehlpässe, weil jeder denkt, er müsse schon nach drei Sekunden den tödlichen Pass spielen. Außerdem vergeben wir immer wieder in wichtigen Phasen zu viele Chancen“, bemängelt der langjährige Spielertrainer, der personell weiterhin keine personellen Sorgen hat.

Natürlich noch längst nicht wieder einsatzbereit ist einzig Dean Christmann. Der Dinslakener Torhüter hatte sich im Hinspiel bei seinem früheren Club Tusem einen Kreuzbandriss zugezogen. Der zweite Grund, warum beim MTV niemand gerne an das letzte Aufeinandertreffen mit dem Essener Unterbau denkt, ist der Spielverlauf. Nach einer noch ausgeglichenen Anfangsphase war Rheinwacht, damals noch unter der Führung von Trainer Harry Mohrhoff, letztlich völlig chancenlos.

Anderthalb Monate später war das Kapitel Mohrhoff in Dinslaken dann schnell wieder beendet. Seit Anfang Dezember sorgt Marius Timofte für frischen Wind. Die letzten Auftritte lassen zumindest vermuten, dass es der Gast aus Essen diesmal nicht so leicht hat wie noch im Hinspiel.

Timo Kiwitz