HANDBALL

Keine „Tage wie diese“ mehr

Der miese Auftritt des MTV Dinslaken beim 20:26 in Langenfeld darf nur ein Ausrutscher gewesen sein.

Die Hinspielniederlage von 11:30 in Borken von vor 4 Wochen war kein Thema mehr – ganz im Gegenteil „Auf Augenhöhe und dicht vor einem Unentschieden oder mehr“ – leider aber am Ende ohne Glück.  Alle weiteren Erläuterungen, warum es am Ende nicht zu den mehr als verdienten Punkt/en gereicht hat, steht auf dem kleinen Zettel einer spielleitenden Person.  Die Mannschaft hat eine gute Abwehrleistung gestellt und den gewohnten Spielaufbau des TV Borken unterbunden. Pausenstand 6:9 - Zweimal innerhalb der zweiten Halbzeit waren die MTV-Mädels bis auf ein Tor heran 11:12 (31.Min) und 13:14 (37.Min.) – bis 2 x die MTV-Mädels mit jeweils 4:6 Spielerinnen auf dem Feld standen und dadurch der TV Borken wieder einen 3-4 Tore Abstand erspielen konnte. Endstand 14:18 für den TV Borken – Glückwunsch zum Sieg. (Nick) Tore und gespielt : Susan (TW 1.-50) , Josie , Meret (7) , Mateja , Franziska , Narjis (1) , Marie , Donika (4/4), Sedina (2) , Lia

Trainer Marco Banning versuchte viel, doch nichts fruchtete. Markus Joosten FUNKE Foto Services

Timo Kiwitz

Dinslaken

Der für den Sound verantwortliche Mitarbeiter der gastgebenden SG Langenfeld drehte die beeindruckend potente Anlage noch einmal so richtig auf. Aus den Lautsprechern der Halle im Konrad-Adenauer-Gymnasium dröhnte das unsägliche „Tage wie diese“ von den Toten Hosen. Doch es war sicherlich nicht nur die Qual des stupiden Songs, die den Großteil der Dinslakener Akteure ganz schnell in die Kabine trieb, sondern vor allem die Enttäuschung über den eigenen Auftritt. Die 20:26 (9:16)-Niederlage des MTV Rheinwacht beim bisherigen Schlusslicht der Handball-Regionalliga wirkte wie ein Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten unter dem Ende November entlassenen Trainer Boris Lietz und darf sich fortan (zumindest vorläufig) mit der Schlappe in Weiden den Titel „Schlechteste Saisonleistung“ teilen.

Ähnlich wie in Weiden

Den Klassenerhalt sahen die Verantwortlichen beim MTV in den vergangenen Wochen zwar noch längst nicht als sicher an, doch unter Coach Marco Banning hatten die Dinslakener sich seit Dezember eigentlich eine gute Ausgangsposition geschaffen und durchweg auch Auftritte gezeigt, die einen Verbleib in der vierthöchsten Spielklasse auch rechtfertigen. Doch spätestens nach der Pleite vom Samstag sieht die Lage wieder bedrohlicher aus – auch weil die Konkurrenz im Keller zuletzt fleißig gepunktet hat. Auf den neuen Tabellenletzten Siebengebirge und den Vorletzten Rheinbach hat Dinslaken nur noch zwei Zähler Vorsprung, bei beiden Clubs muss der MTV noch auswärts antreten.

Hoffnung darf natürlich machen, dass die Dinslakener noch mehr Nachholspiele in der Hinterhand haben als die anderen Teams. Die HSG Siebengebirge hat sogar schon vier Partien mehr bestritten. Doch der MTV muss in diesen „Bonusbegegnungen“ halt auch punkten, und das wird mit Vorstellungen wie in Langenfeld ganz sicher nicht gelingen.

Der Übungsleiter war aber direkt nach der auch für ihn „enttäuschenden Niederlage“ bestrebt, nicht allzu schwarz zu malen und die extrem schwache Leistung eher als Ausrutscher zu bewerten: „Mich stimmt da schon optimistisch, dass wir solche Spiele wie heute in den letzten Wochen eben überhaupt nicht gezeigt haben, sondern ganz anders aufgetreten sind. Wir werden die Begegnung natürlich eindringlich mit den Jungs analysieren und akribisch daran arbeiten, es in Zukunft wieder besser zu machen“, erklärte Marco Banning.

Der MTV-Coach hatte in Langenfeld viel versucht, um seine schon in der Anfangsphase völlig lethargisch wirkenden Schützlinge aufzurütteln, doch keine Auszeit, keine Einwechslung, kein Positionswechsel fruchtete so richtig.

Zumindest die Kabinenansprache in der Pause schien ein wenig Wirkung zu zeigen, denn nach dem Wechsel zeigten die Gäste zumindest in der Deckung eine deutliche Steigerung. So hätte es bei einer besseren Chancenverwertung sogar noch einmal richtig spannend werden können, aber die Dinslakener zeigten vor dem gegnerischen Tor immer wieder Nerven. Das Auslassen zahlreicher Hochkaräter ließ den MTV einfach nicht mehr in Reichweite kommen und frustrierte die Spieler und die mitgereisten Fans zusehends.

Weil das Osterwochenende spielfrei ist, haben die Dinslakener nun ein paar Tage mehr Zeit, um wieder in die Spur zu finden. Dann geht es gleich mit einem Doppel-Spieltag weiter. Am Freitag, 22. April (20 Uhr), hängen die Trauben zu Hause gegen Spitzenreiter Ratingen besonders hoch, nur zwei Tage später (24. April, 16.30 Uhr) geht es dann zum nun noch wichtiger gewordenen Duell bei der HSG Siebengebirge.

So haben sie gespielt

MTV: Christmann, Bystron; Feld (3), Ben Youssef (1), Reede (2), Hoffmann, Tuda (5/3), Kruse (3/1), Hombrink (2), Adam (3), Backhaus (1), Dreier.