Handball

Der MTV Rheinwacht Dinslaken schnauft durch

Boris Lietz kennt die Gründe für den punktlosen Saisonstart des MTV Rheinwacht Dinslaken in der Handball-Regionalliga. Auch während der Quarantäne arbeitet der Trainer die Probleme auf.Foto: Markus Joosten / FFS

 

 

Dinslaken.  Der MTV Rheinwacht Dinslaken befindet sich weiterhin in Quarantäne und nutzt die Zeit auch, um den Fehlstart in die Saison aufzuarbeiten.

Boris Lietz erfreut sich in diesen Tagen besonders an dem bunt-gefärbten Herbstlaub in seinem Garten. Vor allem immer dann, wenn es vom Baum auf den Boden fällt. „Dann kann ich es aufheben und habe etwas zu tun“, sagt der Trainer der Regionalliga-Handballer des MTV Rheinwacht Dinslaken schmunzelnd. Gartenarbeit als Beschäftigungstherapie.

Seit er und sein Team sich in Quarantäne befinden, muss sich Lietz irgendwie die Zeit vertreiben. Neben seiner Arbeit beim Erzbistum Köln, die er problemlos aus dem Home Office erledigen kann, kümmert er sich also vermehrt um Haus und Garten. Dass er sich zudem um die Trainingsplanung, das Videostudium und die Auswertung der Trainingseinheiten kümmern kann, ist ein weiterer positiver Nebeneffekt einer ansonsten schwierigen Situation.

MTV Rheinwacht Dinslaken muss sich auch in Geduld über

Erst am 20. Oktober läuft die Quarantänemaßnahme aus, zwei Tage später möchte der MTV-Coach seine Mannschaft nach dann mehr als zweiwöchiger Pause erstmals wieder zum Training bitten. Bis dahin müssen sich die Dinslakener noch in Geduld üben. Ein Umstand, dem Boris Lietz auch etwas Gutes abgewinnen kann. „Ich hoffe, wenn wir wieder loslegen können, hat keiner Probleme mit den Daumen. Denn so wie ich es mitbekomme, vertreiben sich die Spieler die Zeit hauptsächlich an der Play-Station“, lacht Lietz und ergänzt: „Aber nach diesem Saisonstart ist es sicher auch nicht so schlecht, einfach mal den Reset-Knopf drücken zu können und die bisherigen Spiele zu reflektieren.“

Die 0:6 Punkte sind schon jetzt eine kleine Hypothek für den MTV Rheinwacht, sollen aber in den kommenden Spielen auch nicht zu einem größeren Ballast werden. „So eine Situation ist nicht einfach. Natürlich müssen die Ergebnisse stimmen, sonst gerät man da irgendwann in einen Strudel“, weiß Lietz, der sich aber sicher ist: „Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass wenn wir mal in einen Lauf kommen, auch sehr schnell die Abläufe besser werden.“

Fehlende Automatismen, mangelnde Konstanz und der stetige Rückfall in alte Spielmuster trugen maßgeblich dazu bei, dass sich der Erfolg bislang noch nicht einstellen konnte. Nach der schweren Vorsaison, in der die erhoffte und dringend notwendige Weiterentwicklung der Mannschaft durch zahlreiche Verletzungen immer wieder gebremst wurde, fällt nun dem aktuellen Team die herausfordernde Aufgabe zu, sich von den alten Rückfalloptionen aus der Meistersaison zu lösen.

MTV braucht einen langen Atem

„Um eine gesamte Spielweise umzustellen, braucht man einen langen Atem“, betont Lietz. „In den vermeintlich erfolgreichen Zeiten wurde vieles über die große individuelle Klasse gelöst. Das ist aber irgendwann für jeden Gegner schnell zu durchschauen. Wir wollen in unserem System deutlich kooperativer agieren, müssen die Verantwortung deutlich breiter aufstellen. Leider fallen wir in kritischen Situationen im Spiel oft in alte Schemata zurück. Die Konstanz wird das Zünglein an der Waage sein.“

Boris Lietz weiß den verkorksten Start einzuschätzen, immerhin spielen die bisherigen Gegner derzeit oben mit. Die Moral in der Mannschaft stimmt, der Wille, die taktischen Herausforderungen anzunehmen ist groß und auch die Neuzugänge haben sich bereits als Bereicherungen erwiesen – es spricht noch immer vieles für den MTV Rheinwacht Dinslaken.

## Info: Nachholtermine ##

Nun stehen die endgültigen Nachholtermine für die ausgefallenen Partien fest. Wie erwartet holt das Regionalliga-Team das Heimspiel gegen Remscheid am 31. Oktober nach. Anwurf in der Douvermannhalle ist um 19.30 Uhr.

Die Reserve des MTV empfängt den SC Bottrop in der Landesliga (Gruppe 3) nun am 21. November um 15 Uhr. Die Landesliga-Handballerinnen spielen beim SV Straelen ebenfalls am 21. November (15 Uhr).