HANDBALL
Der MTV hat in Hiesfeld den längeren Atem
Rheinwacht Dinslaken feiert starken Saisonstart und setzt sich im umkämpften Derby gegen HSG Hiesfeld/Aldenrade durch.
MTV-Akteur Nico Czeslik setzt sich durch. Nach einer umkämpften Partie behielt seine Rheinwacht in einer sehr gut gefüllten Hiesfelder Halle die Oberhand. Markus Joosten FUNKE Foto Services
Was für ein Auftakt in die neue Oberliga-Saison: Vor voll besetzten Rängen und einer lautstarken Kulisse hat der MTV Rheinwacht Dinslaken das Stadtderby bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade am Samstagabend für sich entschieden. In einer intensiven Begegnung setzten sich die Gäste am Ende mit 29:25 (14:13) durch. Während der MTV damit den erhofften Traumstart verbucht, bleibt bei den unterlegenen Hausherren trotz der Niederlage eine Menge Selbstbewusstsein für die kommenden Aufgaben hängen. Dabei brannten beide Mannschaften von der ersten Sekunde an und schenkten sich auf dem Parkett keinen Zentimeter. Getragen von der Stimmung in der Hiesfelder Halle entwickelte sich im ersten Durchgang eine Partie auf Augenhöhe. Beide Abwehrreihen agierten extrem stabil, sodass sich kein Team frühzeitig einen nennenswerten Vorteil erarbeiten konnte. Zwar erspielte sich die HSG aus dem Rückraum immer wieder gute Abschlusspositionen, der MTV hielt jedoch dagegen und nahm eine knappe 14:13-Führung mit in die Kabine.
MTV setzt zur Vorentscheidung an und baut Führung aus
Nach dem Seitenwechsel brauchte die Partie dann ein paar Minuten, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen, ehe die Dinslakener beim Stand von 18:17 aus eigener Sicht das Heft in die Hand nahmen und die entscheidende Phase einleiteten. Innerhalb von nur fünf Minuten schaltete der MTV defensiv wie offensiv zwei Gänge höher und zog vorentscheidend auf 23:18 davon. Zwar mobilisierte die HSG im Anschluss noch einmal sämtliche Kräfte und stemmte sich mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage, doch der MTV machte die Schotten hinten komplett dicht. Die Gäste unterbanden die einfachen Hiesfelder Treffer aus der Distanz konsequent, sodass sich die Hausherren jedes Tor hart erarbeiten mussten. Fünf Minuten vor dem Ende war der Stecker schließlich gezogen und die Gegenwehr gebrochen, wodurch der MTV den Vorsprung clever über die Zeit brachte.
MTV-Trainer Robert Jakobs zeigte sich nach dem Schlusspfiff mit der Punkteausbeute und der Leistung seiner Mannschaft hochzufrieden, sah im ersten Durchgang allerdings noch Verbesserungspotenzial: „In der ersten Halbzeit haben wir defensiv noch nicht ganz unser Maximum erreicht und Hiesfeld etwas zu oft zu einfachen Toren aus dem Rückraum eingeladen.“ In der Pause habe man Stellschrauben nachjustiert – mit Erfolg. „Der Plan ist im zweiten Durchgang dann voll aufgegangen. Die Hiesfelder mussten sich wirklich jedes Tor hart erkämpfen. Am Ende haben wir verdient gewonnen und können mit diesem Auftritt gut in die neue Saison starten.“
Trotz der Derbyniederlage überwog bei HSG-Übungsleiter Kevin Kirchner die Anerkennung für die kämpferische Leistung seiner dezimierten Truppe. „Kämpferisch und einstellungstechnisch war das von unseren Jungs eine 1A-Leistung“, lobte der HSG-Coach. „Wir haben gut dagegengehalten und haben überhaupt keinen Grund, unzufrieden zu sein.“
Starke Mentalität macht Hiesfeld Hoffnung für kommende Spiele
Dass es gegen den in dieser Saison hochgehandelten Lokalrivalen extrem schwer werden würde, sei im Vorfeld allen klar gewesen. „Wir haben uns teuer verkauft. Wenn die Jungs in den kommenden Wochen jedes Spiel mit dieser Mentalität angehen, werden wir in dieser Saison noch sehr viel Freude haben.“
HSG Hiesfeld/Aldenrade: A. Schnier, Heidtmann, Grunden (1), Zythen (3), Jüngling, J. Schnier, Müller (8), Bruns (3), Krölls (6), Möhle (1), Wieseler (2), Hagenstroem, Webers (1), Schwarz.
MTV Rheinwacht Dinslaken: Bystron, Frenk, Czeslik (2), Sanders (2), Terwiel (2), Ahls (1), Kruse (2), Nasufi, Lelgemann (2), Reede (2), Rösgen, Schmidt (1), Mertens (7), Kölsch (7), Hoffmann (1).
Dennis Lindau
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Jannis Müller war mit acht Treffern bester Hiesfelder, konnte die Niederlage am Ende aber auch nicht verhindern. Markus Joosten FUNKE Foto Services