HANDBALL

Buteweg fordert klare Kante vom Verband
Handball Corona hat in der Regionalliga für eine Schieflage gesorgt. Der MTV-Obmann würde gerne weiterspielen

Zwei Corona_Fälle: MTV Dinslaken sagt das Spiel gegen OSC ab

Heinz Buteweg (links), hier mit Coach Marco Banning, macht die aktuelle Situation durchaus Sorgen. Jochen Emde/Funke Foto Services
Timo Kiwitz

Dinslaken Am vergangenen Wochenende sollte die Hinrunde in der Handball-Regionalliga der Herren eigentlich enden. Doch die Corona-Pandemie hat dem Spielplan bereits jetzt einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Nur Schlusslicht HSG Siebengebirge hat bislang einmal gegen alle anderen Teams gespielt und damit die erforderlichen 13 Partien absolviert. Der Tabellenfünfte BTB Aachen konnte sogar erst achtmal auflaufen. Da sieht es beim MTV Rheinwacht schon etwas besser aus, auch wenn die Dinslakener am letzten Sonntag nicht zum Nachbarschaftsduell gegen den OSC Rheinhausen antreten konnten. Zweimal muss Rheinwacht bisher nachholen, im Dezember war auch das Spiel beim HC Gelpe/Strombach ausgefallen. Die NRZ hat mit MTV-Obmann Heinz Buteweg über die Situation gesprochen.
Herr Buteweg, Corona hat ihr Team vor dem letzten Wochenende auch erwischt. Wie sieht es denn für die Heimpartie am Sonntag gegen die HG Remscheid aus?

Wenn nichts mehr dazwischen kommt, werden wir am Sonntag spielen. Die Mannschaft hat auch am Montag wieder normal trainiert, es sind keine weiteren Fälle hinzugekommen. Einer der beiden positiven Schnelltests hat sich im Nachhinein sogar als falsch erwiesen. Allerdings hat mich der Remscheider Trainer Alex Zapf angerufen und gesagt, dass seine Mannschaft nicht spielen will, wenn es auch nur einen Verdacht bei uns gebe. Das sehe ich jetzt aber nicht. Alle unsere Spieler sind geboostert und werden aktuell getestet. Diese Tests verlangen wir, wie vorgeschrieben, natürlich auch von den Remscheidern.

Die Tabelle zeigt zurzeit ein ziemlich schiefes Bild. Für die Zukunft sind auf Grund der steigenden Inzidenzen sicherlich noch weitere Spielausfälle zu erwarten. Wie bewerten Sie denn die Gesamtsituation?

Wir stecken da schon in einer ziemlich schwierigen Lage, und ich erwarte vom Verband in Kürze auch mal Klarheit. Für mich gibt es da eigentlich nur Ja oder Nein. Entweder es muss einfach gespielt werden, oder die Saison wird abgebrochen. Dann könnte man versuchen, die Hinrunde noch zu Ende zu spielen und hätte eine halbwegs faire Wertung. Lieber wäre mir trotzdem, wenn es weitergeht. Die Möglichkeit einer Unterbrechung mit anschließender Verlängerung der Saison halte ich für kaum durchführbar.

Es dürfte auch schon schwierig werden, die Nachholspiele noch im Terminkalender unterzubringen, oder?

Absolut. Vor allem das Spiel bei Gelpe/Strombach macht mir da Sorgen. Unter der Woche können wir schließlich schlecht im Berufsverkehr nach Gummersbach fahren. Da müssten wir ja spätestens um 17 Uhr los, wenn unsere Spieler fast alle noch arbeiten müssen. Wir trainieren selbst nicht umsonst erst um 20.30 Uhr. Auch wegen der Problematik der Neuansetzungen ist es einfach wichtig, dass wir am Sonntag gegen Remscheid wieder spielen können.

Sportlich hat sich ihr Team nach der Trennung von Boris Lietz gefestigt und befindet sich in Sachen Klassenerhalt auf einem richtig guten Weg.
Ja, das ist schon so, aber wir dürfen da auf keinen Fall locker lassen. Wir sind noch lange nicht gerettet. Wenn wir jetzt nicht weiter punkten, dann steigen wir trotzdem ab. So einfach ist das.

Aber geben die jüngsten Leistungen nicht Grund zum Optimismus?
Natürlich, die Stimmung im Team ist gut, und solange das so bleibt, mache ich mir überhaupt keine Sorgen.

Apropos Sorgen, Corona hat vielerorts ein großes Loch in die Kassen gerissen. Momentan müssen Sie immer noch mit Beschränkungen leben. Die Hallen sind noch längst nicht wieder gefüllt. Wie ist es denn aktuell um die Finanzen beim MTV bestellt?

Diese Saison ist auf jeden Fall durchfinanziert. Wir müssen einfach hoffen, dass es schnell wieder besser wird und dann weiter einfach das Beste daraus machen.

Und wie weit sind Sie denn mit den Planungen für die nächste Spielzeit?

Da sind wir schon ziemlich weit. Der Großteil des Kaders hat schon zugesagt. Es gibt nur noch wenige Fragezeichen, wie bei Wael Ben Youssef, der sehr gerne bei uns bleiben möchte, aber immer aus dem Sauerland kommt. Ich habe ihm ein Angebot gemacht. Jetzt muss er das mit der Familie klären. Sein Abschied wäre natürlich ein Verlust.