HANDBALL

MTV siegt in Kaldenkirchen ohne sechs Stammkräfte

Ohne gleich sechs Stammkräfte setzt sich der MTV Dinslaken beim TSV Kaldenkirchen durch. Sogar ein verletzter Spieler glänzt mit neun Toren.

 



 

Torsten Sanders biss in Kaldenkirchen auf die Zähne und hatte mit neun Toren großen Anteil am Sieg. Kerstin Bögerholz FUNKE Foto services

Vor einigen Wochen hatte Marco Banning, Sportlicher Leiter des MTV Rheinwacht, bei der Frage nach den Ambitionen seines Handball-Oberligisten auf das knackige Startprogramm der Dinslakener verwiesen. Nach den ersten drei, sehr schwierigen Partien ließe sich die Richtung, in die es gehen könne, wohl erkennen. Wer die Aussage Bannings zum Maßstab nimmt, kann spätestens nach diesem Samstag also davon ausgehen, dass in dieser Saison viel drin ist für die Mannschaft von Harald und Robert Jakobs. Beim heimstarken TSV Kaldenkirchen gewann der MTV nach den Erfolgen in Hiesfeld und gegen Oberhausen trotz großer Personalsorgen auch sein drittes Spiel. Nach leidenschaftlichem Kampf behielten die Gäste an der niederländischen Grenze mit 31:29 (13:11) die Oberhand.

Dabei waren die Vorzeichen diesmal wirklich schwierig. Mit Niklas Kölsch, Nils Kruse, Jonas Schmidt, Maximilian Reede, Jonas Höffner und Torhüter Jan Bystron fehlte den Dinslakenern in Kaldenkirchen gleich ein halbes Dutzend Stammkräfte. In der Not erklärten sich Philipp Tuda und Marc Tomke aus der Reserve noch einmal zum Aushelfen bereit. Dazu biss Linkshänder Torsten Sanders gerade mal zwei Wochen nach seinem im Derby erlittenen doppelten Bänderriss auf die Zähne und hatte am Ende mit neun Treffern auch sehr großen Anteil am Sieg.

„Torsten wollte unbedingt. Man hat ihm die Verletzung aber schon angemerkt. Er war lange nicht so dynamisch wie sonst, hat sich aber durchgebissen. Jetzt müssen wir mal schauen, wie es bei ihm weitergeht“, sagte Harald Jakobs hinterher. Auf Grund der ungewohnten Besetzung fehlte dem MTV in Teilen die Abstimmung. Dass insgesamt viel improvisiert werden musste, machte sich bemerkbar. Dazu wurden vor allem in Hälfte eins viele Chancen ausgelassen. Gerade die Außen trafen diesmal nicht so gut wie in den ersten beiden Spielen.

Dinslaken dreht Rückstand und siegt dank starker Schlussphase

Dabei hatte Rheinwacht eigentlich ganz gut in die Partie gefunden, lange vorgelegt und auch zur Pause noch mit zwei Treffern geführt. „Wir haben uns aber über die gesamte Spielzeit mit der unheimlich harten Kaldenkirchener Abwehr schwer getan. Das hätte aus unserer Sicht aber auch noch häufiger geahndet werden können“, so Jakobs, dessen Team dann Mitte der zweiten Hälfte auch in der eigenen Deckung nicht mehr so gut stand und so plötzlich mit drei Toren ins Hintertreffen geriet. Neun Minuten vor dem Ende hieß es immer noch 25:22 für den TSV, doch Dinslaken stabilisierte sich in der Schlussphase wieder in der Deckung, ging durch Tuda (26:27/55.) erstmals wieder in Führung und zeigte nun auch gute Nerven.

„Mit den zwei Punkten bin ich voll zufrieden. Andere Mannschaften werden in Kaldenkirchen sicher noch Federn lassen“, erklärte Jakobs. Vor der Herbstpause hat sein Team nun noch zwei Heimspiele vor der Brust. Am kommenden Samstag (18 Uhr) gastiert der OSC Rheinhausen II in der Hans-Efing-Halle, eine Woche später kommt die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen.

MTV: Frenk (1), Rombach; Tomke (2/2), Czeslik (2), Sanders (9), Terwiel (2), Woyt (2), Ahls (1), Nasufi, Tuda (3/1), Lelgemann (4), Rösgen, Mertens (2), Hoffmann (3).

Timo Kiwitz