HANDBALL

Neues Zuhause, neue Spieler, neue Ziele

Nach dem Abstieg und einem Übergangsjahr setzt der MTV Rheinwacht Dinslaken auf einen neu aufgebauten Kader und will in der Oberliga angreifen.

 



 


Fabian Hoffmann ist aus Wesel zum MTV Rheinwacht zurückgekehrt, muss bei seinen Fahrten zu Training und Spielen nun aber auch eine andere Halle ansteuern. Kerstin Bögeholz FUNKE Foto Services

Es war ein Jahr des Umbruchs, der Neuausrichtung. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga, in der die Handballer des MTV Rheinwacht seit 2018 unterwegs gewesen und 2019 sogar den Meistertitel gefeiert hatten, mussten sich die Dinslakener erst einmal schütteln. Zahlreiche Leistungsträger verließen den Verein. Obwohl dann aus zwei Teams eines wurde, blieb der Kader überschaubar. Am Ende holte die Mannschaft des neuen Vater-Sohn-Trainergespanns Harald und Robert Jakobs mit Rang acht in der Oberliga sicher nicht das Optimum, aber angesichts vieler Verletzungssorgen zumindest ein vertretbares Resultat heraus. Eine Wiederholung dieser Mittelfeldplatzierung ist für den Sportlichen Leiter Marco Banning vor der neuen Spielzeit, die am Samstag um 17.30 Uhr gleich mit dem Stadt-Derby bei der HSG Hiesfeld/Aldenrade beginnt, keine Option mehr: „Wir wollen diesmal oben mitmischen“, sagt Banning.

Rückkehrer stärken Kaderbreite des MTV Dinslaken

Der Optimismus des früheren Dinslakener Regionalliga-Keepers, der nun auch wieder in der neu formierten zweiten Mannschaft des Vereins in der Regionsoberliga zwischen den Pfosten steht, speist sich unter anderem aus einer sehr ordentlichen Vorbereitung, vor allem aber aus der Tatsache, dass sich der MTV wieder deutlich breiter aufgestellt hat. Besonders erfreulich dabei: Mit Torsten Sanders, Fabian Hoffmann (beide HSG Wesel) und Niklas Kölsch (OSC Rheinhausen) konnte Banning gleich drei Akteure zurück nach Dinslaken lotsen, die in der Saison 24/25 noch Aktivposten in der Regionalliga gewesen waren.

Für den MTV hatte in der vierthöchsten Spielklasse auch schon Noah Lelgemann gespielt. Der Linksaußen ist vom VfL Gladbeck zurückgekehrt. Fünfter Neuzugang ist Sven Woyt, der von Rot-Weiß Oberhausen kam, als guter Abwehrspieler gilt und vorne auch im halblinken Rückraum zum Einsatz kommen kann. Mit Sören Rombach von Tusem Essen wurde außerdem ein talentierter Torhüter verpflichtet, der allerdings die gesamte Vorbereitung wegen eines Unfalls verpasste. Der junge Keeper soll nun aber auch wieder nach und nach ins Training einsteigen.

Schwieriger Saisonstart für Rheinwacht mit starken Gegnern

Die zahlreichen Übungseinheiten der vergangenen Monate liefen trotz einiger urlaubsbedingten Abstinenzen – auch dank des vergrößerten Kaders – gut. In den Testspielen konnte der MTV sein Potenzial immer wieder andeuten. Zuletzt gelang die Generalprobe: Im Benefizspiel gegen den ambitionierten Regionalligisten TV Korschenbroich hielt Rheinwacht gut mit. Für Banning ist nun für eine erfolgreiche Saison aber auch von immens hoher Bedeutung, wie die Dinslakener starten, denn die ersten Wochen haben es absolut in sich. Nach dem schwierigen Nachbarschaftsduell mit der HSG, das in den vergangenen Jahren stets enorm umkämpft war, stellt sich mit Rot-Weiß Oberhausen (Samstag, 26. September, 18 Uhr) ein enorm stark besetzter Aufsteiger in der neuen Dinslakener Heimspielstätte Hans-Efing-Halle vor, bevor es eine Woche später (Samstag, 3. Oktober, 19 Uhr) zum traditionell heimstarken und ambitionierten TSV Kaldenkirchen geht.

Umzug in die Efing-Halle bringt neue Möglichkeiten

„Danach wissen wir sicherlich ungefähr, wo die Reise hingeht“, meint der Sportliche Leiter, der sich durch einen erfolgreichen Saisonbeginn nicht nur einen weiteren Motivationsschub erhofft, sondern auch eine gewisse Begeisterung im Umfeld entfachen will. In der Efing-Halle soll ganz schnell wieder richtig gute Stimmung aufkommen, auch wenn der neue Austragungsort auf Grund seiner Ausmaße vielleicht nicht ganz so prädestiniert dafür ist, wie die jahrzehntelange Heimat Douvermannhalle, die aktuell abgerissen wird. Aus mehreren Gründen hat sich der Umzug für den Verein aber auch schon als Volltreffer erwiesen: „Wir fühlen uns wohl. Natürlich war das alles für den Verein auch mit Arbeit verbunden, aber wir haben hier infrastrukturell wirklich sehr gute Voraussetzungen, zum Beispiel mit dem kleinen Kraftraum oder dem großen Platz für den Verkauf im Foyer“, sagt Banning.

Sein erstes Punktspiel bestreitet der MTV nun aber erst einmal auswärts, wenn auch nur wenige Kilometer entfernt innerhalb der Stadtgrenze. „Wir freuen uns sehr auf das Derby und sind bereit“, sagt Banning.

Auch die Reserve ist im Derby gefordert

Auch die neu ins Leben gerufene zweite Mannschaft des MTV, für deren Aufbau der Verein einige alte Weggefährten, aber auch junge Talente gewinnen konnte, ist zum Start der Regionsoberliga (früher Bezirksliga) im Derby gefragt. Am Samstag um 19.30 Uhr tritt die von Dominik Loth und Philipp Tuda als Spielertrainer geführte Reserve ebenfalls in Hiesfeld an. Gastgeber ist dann die dritte Mannschaft der HSG.

Timo Kiwitz