HANDBALL

MTV schnuppert an Wende – dann ist die Luft raus

 

Dinslakener Handball-Oberligist kommt in Rheinhausen auf 16:14 heran, verliert am Ende aber deutlich mit 20:26.

 

Philip Frank (M.) war mit sieben Treffern bester Torschütze des MTV in Rheinhausen. Markus Joosten FUNKE Foto Services

Die Vorzeichen waren düster, und das sollte sich am Ende auch im Ergebnis bemerkbar machen. Die immer kleiner werdende Rumpftruppe des Handball-Oberligisten MTV Rheinwacht Dinslaken unterlag am Samstagnachmittag beim OSC Rheinhausen II mit 20:26 (7:13). Ohne echte Wechseloptionen fehlte den Dinslakenern in den entscheidenden Phasen die Frische, um die Punkte vom abstiegsbedrohten Gastgeber zu entführen.

Schon die ersten Minuten der Partie machten deutlich, wie schwer das Unterfangen für die Mannschaft von Trainer Robert Jakobs werden würde. Der OSC, der im Kampf um den Klassenerhalt jeden Zähler braucht, startete schwungvoll in die Partie und ging direkt mit drei Toren in Führung. Der MTV, der mittlerweile auf mehr als die Hälfte seines Kaders verzichten muss, wirkte in der Anfangsphase noch nicht vollends sortiert und geriet schnell ins Hintertreffen. Nach zwanzig Minuten hatten sich die Hausherren bereits auf 10:4 abgesetzt. Diesem frühen Sechs-Tore-Rückstand sollten die Dinslakener bis zum Schlusspfiff hinterherlaufen.

Mit dem Rücken zur Wand und einem 7:13-Rückstand aus der Kabine kommend, zeigte der MTV dann jedoch seine Moral. In der besten Phase des Spiels bewiesen die verbliebenen Rückraumspieler ihre Qualitäten und nutzten eine kurze Schwächeperiode des OSC eiskalt aus. „In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel haben unsere Torhüter Jan und Fynn viele Tempogegenstöße gehalten und vorne haben wir die Chancen auch konsequent genutzt“, befand Robert Jakobs. Infolgedessen schnupperte der MTV beim Stand von 16:14 noch einmal an einer Wende.

Doch das hohe Tempo der Aufholjagd forderte seinen Tribut. Da Jakobs praktisch keine Möglichkeiten zum Wechseln hatte, schwanden in der Schlussviertelstunde die Kräfte. Der OSC Rheinhausen II nutzte dies konsequent aus, zog wieder davon und stellte den letztlich deutlichen 26:20-Endstand her.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der MTV spielerisch zwar weiterhin mithalten kann, die extreme Belastung für den Mini-Kader über sechzig Minuten jedoch zu hoch ist. Das sah auch Coach Jakobs ähnlich: „Wenn wir selber nur zwei Auswechselspieler auf der Bank haben und der Gegner 16 Mann zur Verfügung hat, dann ist es schwer, mal für Verschnaufpausen zu sorgen, und das macht sich dann halt am Ende bemerkbar.“

MTV Rheinwacht: Bystron, Frenk, J. Terwiel, Frank (7), L. Terwiel (2), Kruse (4), Jakobs (1), Mertens (5), Loth, Rösgen (1), Pagalies.

Dennis Lindau