HANDBALL
Krimi ohne Happy End für den MTV
In den ersten Minuten droht dem Handball-Oberligisten gegen Lintorf ein Debakel – und seine Aufholjagd wird nicht belohnt.
Was für ein Krimi in der Douvermannhalle! Die Handballer des MTV Rheinwacht Dinslaken standen in der Oberliga am Samstagabend kurz vor der ganz großen Überraschung gegen den Spitzenreiter TuS Lintorf. Am Ende musste sich die Mannschaft von Spielertrainer Robert Jakobs nach einer starken Aufholjagd aber knapp mit 32:35 (19:18) geschlagen geben.
Dabei sah es in den ersten Minuten nach einem Debakel für die Rheinwacht aus. Der MTV verschlief die Anfangsphase wieder einmal komplett: Während der Tabellenführer hellwach war, Fehlpässe provozierte und dadurch immer wieder schnelle Tore über Tempogegenstöße erzielte, lag Dinslaken nach bereits acht Minuten mit 2:9 im Hintertreffen. Harald Jakobs reagierte an der Seitenlinie früh mit der ersten Auszeit – und die zeigte Wirkung.
Im Anschluss agierte sein Team wie ausgewechselt. Der MTV war plötzlich voll im Spiel, kämpfte sich Tor um Tor heran und startete eine furiose Aufholjagd. Die Defensive stand nun deutlich sicherer, stellte die gegnerische Offensive zunehmend vor Probleme und vorne wurde die Chancenverwertung konsequenter. Spätestens als es den Gastgebern tatsächlich gelang, die Partie noch vor dem Seitenwechsel zu drehen und mit einer 19:18-Führung in die Kabine zu gehen, glaubte keiner mehr an ein Debakel.
Sieben Mal knapp gescheitert
Nach dem Wiederanpfiff entwickelte sich dann ein Duell auf Augenhöhe. Der Tabellenführer aus Lintorf musste alles reinwerfen, um gegen stark kämpfende Dinslakener am Ende nicht den Kürzeren zu ziehen. Dass es am Ende nicht für einen Punktgewinn reichte, lag auch am nötigen Quäntchen Glück, das an diesem Abend einfach fehlte: Insgesamt siebenmal traf der MTV nur das Torgestell. Auch zwölf Treffer von „Shooter“ Maximilian Reede, der immer wieder für einfache Tore aus dem Rückraum sorgte, reichten am Ende nicht aus, um den Favoriten zu ärgern. In der Schlussphase konnte sich der Spitzenreiter dann schließlich entscheidend auf drei Tore absetzen und den Sieg über die Zeit bringen.
Für Robert Jakobs lag der Knackpunkt am Ende klar in der Anfangsphase: „Wir haben die ersten Minuten leider komplett verschlafen, sodass wir erstmal wieder einem Rückstand hinterherlaufen mussten. Man muss aber auch klar sagen, dass Lintorf ein sehr starker Gegner war und nicht umsonst ganz oben steht. Trotzdem hat man gesehen, was wir leisten können, wenn wir einmal im Spiel sind. Darauf gilt es jetzt in den nächsten Wochen aufzubauen“, lautete das Fazit des MTV-Coaches.
MTV Rheinwacht: Bystron, Frenk, L. Terwiel, Tomke (7), Czeslik (1), Hetzel (1), Frank, Ahls, Kruse (4), Jakobs (1), Reede (12), Schmidt (2), Mertens (3), Rösgen (1).
Dennis Lindau