HANDBALL

MTV verzweifelt an Puhle

 

Statt sich Luft nach unten zu verschaffen, rutscht Rheinwacht immer tiefer in Richtung Abstiegsregion.

 

Philip Frank und Co. Scheiterten immer wieder an Rheinhausens Torwart Mathias Puhle. Markus Joosten FUNKE Foto Services

Eigentlich sollte der Start in das neue Jahr für die Handballer des MTV Rheinwacht der Befreiungsschlag im Kampf gegen die unteren Tabellenregionen werden. Doch statt den OSC Rheinhausen II zu distanzieren, kassierten die Dinslakener in der heimischen Douvermannhalle eine bittere 22:26 (12:12)-Niederlage. Neben einer völlig verpatzten Anfangsphase scheiterten die Dinslakener am Ende vor allem an einem Mann, der eigentlich gar nicht mehr auf dem Spielfeld vorgesehen war.

Eigentlich hatte Trainer Robert Jakobs im Vorfeld eindringlich davor gewarnt, erneut den Start zu verschlafen, doch seine Worte schienen zunächst ungehört zu verhallen. Nach nur sieben Minuten stand bereits ein 1:7-Rückstand auf der Anzeigetafel. Das lag insbesondere daran, dass der MTV seine Chancen im Angriff zu leichtfertig vergab, was die junge Truppe aus Rheinhausen postwendend mit schnellen und einfachen Toren bestrafte. „Die Anfangsphase war wieder völlig unnötig, da hat die Einstellung einfach nicht gestimmt und wir waren überhaupt noch nicht wach“, kritisierte Jakobs den erneuten Kaltstart seines Teams.

Immerhin bewies der MTV im Anschluss Moral. Angeführt von den Rückkehrern Max Reede und Nico Czeslik im Rückraum kämpften sich die Hausherren Tor für Tor heran und stellten noch vor der Pause auf 12:12-Unentschieden.

Nach dem Seitenwechsel kam es dann jedoch zum spielentscheidenden Schachzug der Gäste. Der OSC beorderte seinen Torwarttrainer – den langjährigen Bundesliga-Schlussmann Matthias Puhle – zwischen die Pfosten. Dieser Wechsel entpuppte sich schnell als nahezu unüberwindbare Hürde für die Dinslakener Offensive. Während der MTV sich spielerisch zwar steigerte und teilweise frei vor dem Ex-Profi zum Abschluss kam, nahm der erfahrene Keeper fast alles weg, was auf seinen Kasten kam.

„In dem Spiel hat man jetzt mal ganz klar sehen können, dass ein Torhüter eine Partie auch alleine entscheiden kann“, musste auch Robert Jakobs nach der Partie anerkennend zugeben. Trotz der spielerischen Bemühungen gelang es seiner Mannschaft im zweiten Durchgang nicht mehr, das Ruder herumzureißen, da der entscheidende Druck im Abschluss immer wieder am gegnerischen Torwart verpuffte.

Insgesamt zog Jakobs nach dem Schlusspfiff ein gemischtes Fazit: „Abgesehen von der Anfangsphase kann man den Jungs eigentlich keinen großen Vorwurf machen.“ Dennoch wiegt die Niederlage schwer: Statt sich Luft nach unten zu verschaffen, rückt der OSC bis auf einen Punkt an den MTV heran. Damit stecken die Dinslakener nun tiefer im unteren Mittelfeld fest als erhofft. Um den Abwärtstrend zu stoppen, muss der MTV es schleunigst schaffen, die volle Spielzeit mit der nötigen Konzentration zu bestreiten, ansonsten wird die Rückrunde zur Zerreißprobe.

MTV Rheinwacht: Bystron, Frenk, J. Terwiel Tomke (4), Czeslik (1), Hetzel (3), Frank (3), L. Terwiel (3), Kruse, Nasufi, Jakobs, Reede (3), Schmidt (2), Mertens (3), Rösgen.

Dennis Lindau